Sie wollen Ihre Katze für
einige Wochen bei Freunden lassen, wissen aber nicht, ob Sie sie Klaus
oder Peter anvertrauen sollen. Sicher, Carla ist Ärztin und Peter
liebt Tomatensuppe. Selbstverständlich geben Sie Ihre Katze in
Peters Obhut! Sie tun dies, weil die Lieblingssuppe eines Menschen wie
ein Fenster zu seiner Seele ist. So jedenfalls sieht es Brian Wansink,
Professor für Ernährung und Marketing an der Universität
von Illinois. In einer dreiteiligen Studie kamen Wansink und sein Team
zu dem Ergebnis, dass durchaus von der Lieblingssuppe auf bestimmte
Persönlichkeitsmerkmale geschlossen werden kann.
Zunächst interviewten Wansinks Studenten 32 Expertinnen - Kellnerinnen
mit mindestens achtjähriger Erfahrung in Fernfahrer-Restaurants
von New Hampshire bis De Moines, Iowa. Danach befragten Sie 1003 Personen
nach Lebensgewohnheiten und bevorzugten Suppen. Hieraus entwickelten
sie fünf Suppen-Persönlichkeiten:
Der Hühner-Nudelsuppen-Typ liebt die Gemütlichkeit, sieht
viel fern, ist auf die Familie konzentriert und bescheinigt sich selbst
einen großen Sinn für Humor. Wansink: "Sie wollen alles
mit der Familie tun. Sie sind die Minivan-Leute." Fast ein Viertel
der Befragten entschied sich für die Hühner-Nudelsuppe.
Tomatensuppen-Liebhaber sind gut informiert, große Tierliebhaber
und lesen viel.
Fast ebenso viele Freunde hat die Gemüsesuppe oder Minestrone,
darunter ganz überwiegend Frauen. Sie mögen es, auszugehen,
neue Dinge zu entdecken, insbesondere schicke Restaurants. Auch finden
sich hierunter viele Kirchgänger.
Eine kleinere Gruppe, hauptsächlich Männer, liebt scharfe
Fleischsuppe und betrachtet sich selbst als Partygänger und starken
Sportler.
Der Liebhaber der New England-Muschelsuppe schließlich betrachtet
sich als realistisch bis hin zu Sarkasmus und Zynismus. Er ist der am
wenigsten sportliche Typ.
Im dritten Teil der Studie schließlich
fragten die Untersucher wiederum die Kellnerinnen, ob ihre Erfahrungen
mit den Persönlichkeitsprofilen der interviewten Verbraucher übereinstimmten.
Jede Kellnerin bestätigte die Erkenntnisse in praktisch jedem Detail.
Quelle: Journal of Database Marketing
Vol. 7, 4, 308-320
Food & Brand Lab, University of Illinois
ConsumerPsychology.net
(siehe auch: Deutsches Suppeninstitut)